Titelbild

Navigation
Startseite
Seitenübersicht
Landesgeschichte
Ahnenforschung
Fotogalerie
Kreis Lyck
- Lycker Kleinbahn
- Bildergalerie Lyck
- Kirchspiele
- Landkarte
- Kalinowen
Sonstiges
Kontakt

Landkarte

Größere Darstellung




Stadt und Kreis Lyck
Der Kreis Lyck bestand von 1818 bis 1945 im Regierungsbezirk Gumbinnen, der damaligen Provinz Preußen (später Ostpreußen). Mittelpunkt des Kreises war die Stadt Lyck, welche bereits 1398 erstmals urkundlich erwähnt wurde und seit 1669 Stadtrechte besitzt.

Der Kreis umfasste die Kirchspiele Borszymmen (Borschimmen), Grabnick, Kallinowen (Dreimühlen), Klaussen, Lyck, Neu-Jucha (Fließdorf), Ostrokollen (Scharfenrade), Pissanitzen (Ebenfelde) und Stradaunen.

Auch heute ist Lyck, welches seit 1946 den polnischen Namen Ełk trägt, Kreisstadt und seit kurzem auch Bistumssitz der neugeschaffenen Diözese Ełk. Die Stadt hatte vor dem Zweiten Weltkrieg etwa 16.000, heute mit Eingemeindungen etwa 55.000. Einwohner.
Lyck Kirche
Das Wahrzeichen von Lyck

Ein Streifzug durch die Geschichte

Die Geschichte der Stadt ist urkundlich seit 1398 bezeugt, als Ulrich von Jungingen, der Hochmeister des Deutschen Ordens, auf der späteren Schloßinsel ein "festes Haus" errichten ließ. Bereits vorher muß sich im Stadtgebiet eine Siedlung der altpreussischen Sudauer befunden haben, wie Funde belegen. Mit dem festen Haus entstand eine dörfliche Siedlung, die kurze Zeit später das Dorfprivileg innehatte, welches 1425 von Hochmeister Paul von Rusdorf verliehen wurde. Man gab der Siedlung den Namen "Zur Lycke".

1587 erhielt der Ort eine Provinzialschule, die später unter dem Namen Königliches Gymnasium zu Lyck firmierte. Seit 1669 hat Lyck das Stadtrecht inne und entwickelte sich zu einem kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum der Region. Durch diese Mittelpunktfunktion erhielt die Stadt den Beinamen "heimliche Hauptstadt Masurens".  1868 erhielt Lyck einen Bahnanschluß aus Königsberg, welcher 1871 bis zur Grenzstadt Prostken erweitert wurde. Es folgten weitere Strecken nach Arys, Johannisburg, über Treuburg und Goldap nach Insterburg sowie Anfang des 20. Jahrhunderts noch eine Kleinbahn Lycker Hinterland, nach Sawadden (Grenzwacht) und Thurowen (Auersberg). Lyck wurde damit ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt. Ein Umstand, der das weitere Wachstum der Stadt begünstigte.

Im Ersten Weltkrieg wurde die Stadt 1914 kurzzeitig von russischen Truppen besetzt, die bei Ihrem Einmarsch erhebliche Zerstörungen in der Stadt und im Umland verursachten. In der sogenannten Winterschlacht um Masuren wurden die Truppen des russischen Zaren wieder nach Osten abgedrängt. Nach dem ersten Weltkrieg sollte Masuren (und damit auch der Kreis Lyck) Polen zugeschlagen werden. Man einigte sich auf eine Volksabstimmung über den zukünftigen territorialen Status. Mit 97,9% für den Verbleib in Ostpreußen und nur 2,1% für Polen fiel das Ergebnis sehr eindeutig aus.

Lyck, alte Stadtansicht (etwa 1930)
Lyck: Blick von Fliggesgarten über den Lycksee auf die Stadt (etwa 1930)

Ende 1944 rückten russische Truppen erneut gegen die Grenzen Ostpreußens vor. Am 21. Januar 1945 wurde die Evakuierung der Stadt und des Kreises angeordnet. Die schwierige Flucht in den Kriegswirren und winterlicher Kälte sowie die nachfolgenden Untaten der Sowjetsoldaten an den Zurückgebliebenen überlebte ein Fünftel der Kreisbevökerung nicht. Obwohl die Stadt bis zum Einmarsch der sowjetischen Einheiten unzerstört geblieben war, verheerten von den Sowjets nach deren Einmarsch gelegte Brände Teile der Stadt. Im April 1945 wurde die Stadt in die polnische Verwaltung übergeben. In den nachfolgenden Jahren verliessen noch viele weitere Deutsche die Region so das in den 60er Jahren von etwa 53.000 Kreisbewohnern nur noch 731 Deutsche verblieben waren. Die polnische Verwaltung siedelte in der Region überwiegend ihre eigenen Vertriebenen an, die aus den an Weissrussland und die Ukraine gefallenen polnischen Siedlungsgebieten stammten.

Die Stadt
Ełk heute

Wer die Stadt heute besucht, erlebt eine pulsierende und moderne Stadt, die sogar nichts mehr mit der ländlichen Verschlafenheit aus kommunistischer Zeit zu tun hat. Heute hat die Stadt bereits über 55.000 Einwohner. Eine Zahl, die sowohl aus Eingemeindungen, wie auch aus Zuwächsen durch Neubürger resultiert. Überall wird gebaut, neue Siedlungen enstehen, es wird restauriert und renoviert. Supermärkte und Einkaufszentren entstehen. Touristische Angebote werden ausgebaut und auch die Erhebung zum Bistumssitz durch Papst Johannes Paul den Zweiten, gab der Stadt einen Auftrieb. Im Sommer besuchen viele Touristen die Region, darunter auch viele Deutsche. 
Ełk hat ja auch einige touristische Attraktionen zu bieten. Neben schönen Kirchenbauten, wie der ehemals evangelischen Kirche, einem Papstdenkmal, einigen schön restaurierten Bürgerhäusern aus den 19. Jahrhundert, ist auch der Lyck-See mit seiner Promenade ein beliebtes Ziel für die Besucher.

Haus in Lyck
Restaurierte Bürgerhäuser in Lyck
Haus in Lyck


Abseits vom Stadtleben, herrscht in den Dörfen des Umlandes häufig eine dröge Leere. Die kleinen Orte haben mit Fortzügen meist jüngerer Menschen in die Städte zu kämpfen. In den Dörfern scheint die Zeit noch immer stehen geblieben zu sein. Ein extremes Kontrastprogramm. Aber auch das kann durchaus reizvoll sein. Wer Ruhe liebt, der findet sie dort und so manche Spuren der Vergangenheit auch noch.

Mehr:
Weitere Bilder aus der Stadt
Die Kirchspiele im Kreis
Die Lycker Kleinbahn
Landkarte Lyck und Umgebung

Externer Link:
Kreisgemeinschaft Lyck e.V.
Offizielle Seite der Stadt Elk


nach Oben Kontakt