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| Ostpreußen > Die Altpreussen Wer waren unsere Ur-Ahnen? Lange bevor deutsche und masowische Siedler in ostpreussischen Raum Fuß fassten, lebte dort die Urbevölkerung der Altpreussen, die schon in alten Quellen u.a. bei Ptolemäus erwähnt wird. Er nennt hier die Sudeni (Sudauer) und Galindae (Galinder). Später sprach man von "Prußen" oder "Prussen" oder im lateinischen "Pruteni" als Sammelbegriff für die einzelnen Stämme, deren Stammesgebiet in 11 Gaue eingeteilt wurde. Die Altpreussen gehörten sprachlich der baltischen Gruppe an. Ihre Sprache gilt aus ausgestorben. Verschiedene Forscher vermuten im altpreussischen Raum die Urheimat der Indogermanen. Den später als Masuren bekannten Raum besiedelten v.a. die Stämme der Galinder und Sudauer (siehe Karte). Bis in die Neuzeit war der Begriff Masuren allerdings nicht geläufig. Man sprach von Sudauen oder Galinden. Die als Warmien benannte Region hieß später Ermland.
Karte der altpreussischen Landschaften (Gaue) Das
Einzugsgebiet der Stämme
erstreckte sich nach Süden und Osten weit über die
späteren
Grenzen Ostpreussens hinaus. Im ostpreussischen Raum lebten über
die
verschiedenen Jahrhunderte vor Ankunft des Deutschen Ordens
verschiedene
Völker miteinander. So sind auf alten Begräbnisstätten,
gotische, vandalische, skandinavische (wikingische) und altpreussische
Funde belegt. Belegt sind auch vikingische Handelsniederlassungen im
ostpreussischen Raum. So soll sich die
Handelsstadt Truso in der Nähe des
heutigen Elbing (Elblag) befunden haben, die in einigen Schriften
benannte preussische Burgsiedlung Tuwangste (Twangste) im Bereich der
Stadt
Königsberg
(Kaliningrad). Im Gebiet des ehemaligen Ostpreussen finden sich noch
viele Begräbnisstätten und Wallanlagen der Altpreussen. Die Altpreussen verehrten die Natur, sie stellte etwas Heiliges dar. So waren - wie bei den alten Germanen - Thingplätze meist unter heiligen Bäumen und Hainen zu finden. In ihrer Naturreligion galt die ganze Natur als belebt und beseelt. Eichen, Ulmen und Eschen wurden häufig als Schutzbäume von Familien oder Siedlungen verehrt. Das Abschälen von Baumrinde galt daher als Frevel. Neben dieser Naturverehrung gab es auch personifizierte Götter, wie der bärtige Perkunos, ein Donnergott - dem germanischen Thor vergleichbar. Daneben findet sich Potrimpos, der ewige Jüngling, Gott alles Schönen und der Fruchtbarkeit, sowie Pikallos - der als hagerer Greis mit grauem Bart dargestellt wurde, wie der germanische Odin/Wotan. Überhaupt ergeben sich viele Paralellen zu den germanischen Gottheiten und dem germanischen Glauben, so das man sicherlich einen gemeinsamen Ursprung annehmen kann. Aber auch durch den Kontakt zu Germanenvölkern während der Zeit der Völkerwanderung können religiöse Einflüsse übernommen worden sein. Von Reisenden der Vor-Ordenszeit wurden als Haupttugenden der Altpreussen die Gastfreundschaft und eine tiefe Religiosität sowie eine grosse Freiheits- und Friedensliebe berichtet. Während die weltlichen Fürsten die Herrschaft über das Land ausübten, wurde die Religion von Priestern und Priesterinnen vertreten. Den Oberpriester nannte man auch Kriwe, die lokalen Priester Weidelotten. Gegen die
Missionierungsversuche und die kriegerische Landname des Deutschen
Ordens, gab es von preussischer Seite erhebliche Widerstände. So
sind der 1. große Preussenaufstand unter Herkus Monte im Jahre
1242 sowie der zweite Aufstand von 1260 bis 1272 zu nennen. Mit der
Aufgabe des Kampfes
gegen den weiter vordringenden Deutschen Orden und der Taufe des
letzten
Sudauerfürsten Skomand im Jahre 1283, erlosch ein
selbstständiges
altpreussisches Stammeswesen. Nach Skomand ist östlich von Lyck
auch ein See benannt worden, wo sich Überreste einer
altpreussische Wallanlage befinden und Anfang des 20. Jahrhunderts ein
umfangreicher Schatz der Altpreussen gefunden wurde. Mit dem Deutschen Orden und den vom Orden herbeigerufenen Neusiedlern kam neben dem christlichen Glauben auch die deutsche Sprache ins Land. Während im Norden das Niederdeutsche vorherrschte entwickelte sich im Süden ein weiteres Sprachgemisch. Durch die masowischen Siedler, die eine slawische, polnische Sprache gesprochen haben, kam eine Sprache ins Land aus der sich der masurische Dialekt entwickelte. Dieser hielt sich in vielen Orten bis in die Neuzeit, während die altpreussische Sprache langsam ausstarb, da das Deutsche vorherrschende Landessprache wurde. Letzte Reste der altpreussischen Sprache hielten sich in abgelegenen Gemeinden im Samland bis ins 16. und 17. Jahrhundert. Die heute noch existierende litauische Sprache ist eng verwandt mit der Altpreussischen und wurde noch über die Jahrhunderte bis in die Neuzeit v.a. in nördlichen und nordöstlichen Landesteilen als Umgangssprache gebraucht. Film-Tipp (externer Link): Auf der Spur des Prussia-Schatzes (ZDF-Mediathek) Weiterlesen: Der Deutsche Orden in Ostpreussen |
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