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Ostpreussen > 1525 bis zum Ende

mit Landkarte: Ostpreussen 1918 - 45

Herzogtum Preussen

1525 wandelte der letzte Hochmeister des Deutschen Ordens, das - nach der Niederlage von Tannenberg (1466) - verbliebene Restgebiet des Ordensstaates, in ein weltliches Herzogtum unter polnischer Lehnshoheit um.

Somit entstand das Herzogtum Preussen und es begann eine Blüte geistiger Kultur. 1544 wurde die Universität in Königsberg gegründet. 1618 kam Preussen zu Brandenburg und durch den Frieden von Oliva im Jahre 1660 wurde es von der polnischen Lehnshoheit entbunden.

Da Preussen ausserhalb des Deutschen Reiches gelegen war, nutzte der brandenburgische Kurfürst Friedrich (später der Große genannt) diesen Umstand und ließ sich 1701 in Königsberg zum "König in Preussen" krönen. Preussen war nun Königreich und das spätere Ostpreussen seine eigentliche Keimzelle. Durch die Rückerwerbung Westpreussens 1772 entstand nachfolgend ein zusammenhängendes Staatsgebiet.

Nach den Kriegen Napoleons, welche auch Ostpreussen verwüsteten und zur Besetzung durch die Franzosen führten, begann Ende 1812 unter dem General v. York der Widerstand gegen Napoleon. Nach Beendigung des Krieges entstand die Provinz Ostpreussen, welche später (1824) mit Westpreussen vereinigt wurde.

Deutsches Reich

Mit der Bismarckschen Reichsgründung 1871 kam Ostpreussen als Teil Preussens in das Deutsche Reich. Im Ersten Weltkrieg wurde Ostpreussen von den Truppen des russischen Zaren im Norden und Osten besetzt, aber bereits 1915 in der sog. Winterschlacht um Masuren wieder befreit. 39 Städte und fast 2000 Dörfer und Siedlungen waren teilweise oder vollständig zerstört.

Landkarte Ostpreussen 1918-45 mit Grenzveränderungen
Grenzveränderungen im ostpreussischen Raum 1918-45

Beschreibung:
A = Ostpreussisches Kernland, 1772/73 bis 1945
B = bis 1919 zu Westpreussen, 1919/20 zu Ostpreussen
      1939-45 zu Westpreussen
C = Westpreussen, 1919/20 - 1939 zu Polen, 1939-45 zu Deutschland
D = Memelland 1772/73-1923 bei Ostpreussen, 1923-39 zu Litauen,
      1939-45 zu Ostpreussen
E = Suwalken 1941-45 vom Dt. Reich annektiert, Ostpreussen angegliedert
F = Soldau 1772/73-1919 bei Ostpreussen, 1920-39 zu Polen,
      1939-45 zu Ostpreussen
G = Zichenau 1941-45 vom Dt. Reich annektiert, Ostpreussen angegliedert.


Durch die deutsche Niederlage 1918 und den Vertrag von Versailles, fiel ein grosser Teil Westpreussens an Polen und Ostpreussen wurde vom Deutschen Reich durch den sog. "Korridor" abgetrennt. Die Stadt Soldau fiel ohne Abstimmung an Polen. Ebenso das Memelland an den neuen Staat Litauen.

In einigen Teilen Westpreussens wurde im Jahre 1920 eine Volksabstimmung durchgeführt. Da über 92 % der Bevölkerung für den Verbleib bei Deutschland stimmten, wurde dieser Teil um Marienwerder später Ostpreussen angegliedert. In den weiteren Teilen Westpreussens unterblieb eine Abstimmung.

Auch in Ostpreussen wurde in den südlichen Kreisen eine Volksabstimmung durchgeführt, wo 97,5 % der Bevölkerung für den Verbleib bei Ostpreussen stimmten und nur 2,5 % für den Anschluß an Polen. Dieses Gebiet (Masuren) blieb voerst bei Ostpreussen.

Zum Ende

Als 1939 mit dem Angriff Hitlers auf Polen der Zweite Weltkrieg begann, wurden die 1918-20 abgetrennten Gebiete wieder angeschlossen. Doch dies war nur von kurzer Dauer. 1941 wurden noch weitere Gebiete um Suwalken im Osten sowie um Schröttersburg (Plotzk) und Zichenau (Ciechanow) im Süden an Ostpreussen angeschlossen. Doch waren diese weder überwiegend deutsch besiedelt noch kulturell zu Ostpreussen gehörig. Eher eine Ausgeburt hitlerschen Größenwahns.

Ende 1944 rückte die Front immer näher an die ostpreussischen Grenzen heran und der Untergang Ostpreussens begann. Millionen Menschen (überwiegend Deutsche) waren nun auf der Flucht gen Westen bzw. wurden später verschleppt oder vertrieben. Eine menschliche Tragödie gigantischen Ausmaßes.

Nach dem Ende des Krieges (im Mai 1945) wurde Ostpreussen geteilt. Das Memelland kam "wieder" zu Litauen, die Region um Königsberg bis Eydtkuhnen an die Sowjetunion, die dieses Gebiet in ein gigantisches Militärlager verwandelte und der Süden - das Ermland und Masuren - zu Polen, welches dort seine eigenen Vertriebenen aus den verlorenen "polnischen Ostgebieten" um Lemberg (Lvow) ansiedelte.


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